Brustkreuz, Pektorale (lat. crux pectroralis)
Panagia, Panaghia, Panayia
Enkolpion, Engolpion
Stawrion, Stawros
trugen.
Mich interessierten die Bezeichnungen und die Art der Befestigung. Wie sah die Kette aus, mit welchen Haken wurde das Kreuz wie getragen bzw. befestigt? Wie wurde im Kreuz eine Reliquie aufbewahrt?
Die Geschichte und Bedeutung des Brustkreuzes wird ausführlich behandelt in:
Nussbaum, Otto: Das Brustkreuz des Bischofs - Zur Geschichte seiner Entstehung und Gestaltung, Matthias Grünwald Verlag, Mainz 1964
Ein erster Einstieg ist auch möglich über:
Wikipedia - Pektorale
P. W. Hartmann Kunstlexikon - Brustkreuz
P. W. Hartmann Kunstlexikon - Amulett
P. W. Hartmann Kunstlexikon - Apotropäum
P. W. Hartmann Kunstlexikon - Bulle
P. W. Hartmann Kunstlexikon - Panagia
Die Brustkreuze orthodoxer Bischöfe heißen Stawrion (Stawros) sind schmuckvoller (Verzierungen, Edelsteine) als die katholischer Bischöfe. Auf manchen Brustkreuzen befindet sich auch die Gestalt Jesu als Bild oder Zeichnung.
Orthodoxe Bischöfe tragen auch ein Kreuz in der Hand (Handkreuz, Segenskreuz), mit dem sie die Gläubigen segnen.
Panagia oder Panaghia:
Panhagia: "der Allerheiligen" [Gottesmutter Maria]
Von orthodoxen Bischöfen auf der Brust getragenes Marienmedaillon.
Enkolpion:
im Altertum besonders auf der Brust getragene unheilabwehrende Amulette. [Enkolpion , von griechisch kolpos, "Gewandbausch", "das auf der Brust Getragene".]
Orthodoxe Bischhöfe tragen oft drei Amulette:
1. Das Brustkreuz (Stawrion, Stawros)
2. Ein Enkolpion, nämlich das Panagia mit dem Bildnis der Allerheiligen,
Maria, der Mutter Gottes
3. Ein Enkolpion mit dem Bildnis Jesu

Seine Heiligkeit Baselios Marthoma Mathews II

Karekin I. Patriarch der Armenier
Brustkreuz mit Reliquienfach
Die nachfolgenden Bilder zeigen den Aufbau des Brustkreuzes eines römisch-katholischen Bischofs. Durch das Herausdrehen der drei Schrauben öffnen sich die hintere Platte. Darunter befindet sich ein Reliquienfach mit Deckel








Bild eines Brustkreuzes mit zusätzlichem Haken
Dieser Haken dient dazu, das Brustkreuz im Talar in einem Knopfloch einzuhängen. Manche Prälaten lassen sich auch ein zusätzliches Loch an der Knopfleiste des Talars anbringen, um Kette und Kreuz zu befestigen. Auf den Bilder des Heiligen Vaters weiter unten ist ein solches zusätzliches Loch zu sehen. Dadurch hängt die Kette an der rechten und linken Seite des Kreuzes in einer Schlaufe herunter.


Bild einer Pektoralschnur aus Goldbrokat:



Bilder mit dem Pektorales des Heiligen Vaters, Papst Benedikt XVI
Der Papst trägt sein Kreuz an einer Schnur aus textilem Goldbrokat. Eine solche Schnur benutzt nur der Papst. Kardinäle und Bischöfe verwenden unterschiedlich gestaltete Ketten aus Silber und Gold oder auch versilbertem oder vergoldetem Metall.

Pektoralkreuz für den Heiligen Vater
Angefertigt von dem Goldschmied Fausto Maria Franchi aus Rom im Auftrag der CNA - Conferderazione Nazionale dell'Artigianato de della Piccola e Media Impresa und am 26. Oktober 206 dem Heiligen Vater überreicht

Bilder von Brustkreuzen (Stawrion, Stawros) orthodoxer Bischöfe:





Bilder von Panagia, Panaghia




Bilder von Ensembes
Bilder einer Kette von Enkolpions und Panagias
Diese ist viel aufwändiger als die katholischer Prälaten gerfertigt


Bilder Hand- und Segenskreuze orthodoxer Bischöfe




Das Koptische Kreuz
Bischöfe der Koptisch Orthodoxen Kirche tragen ein Kreuz aus Leder. Um Leder zu gewinnen, muss ein Tier geschlachtet werden. Dies symobisiert den Opfertod Jesu Christi. An den vier Enden sind jeweils 3 Kreise, welche für die Dreifaltigkeit, Vater, Sohn und Heiliger Geist stehen. 4 x 3 ergibt insgesamt 12 Kreise, die 12 Apostel symbolisierend. In der Mitte die vier Kreise stehen für die 4 Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Das Koptische Kreuz hat keinen Korpus. Nicht der Tod steht im Mittelpunkt, sondern die Auferstehung als frohe Botschaft.
In einem kleinen Film erklärt Bischof Damian das koptische Kreuz.

